eSim (#343)
Willkommen zum Tipp der Woche. Jeden Sonntag um 12 Uhr bietet die App „Senioren mit Smartphone“ neue Tipps zu Smartphone und Internet für Senioren und Technikinteressierte.
Vielleicht kennen Sie das: Sie kaufen ein neues Handy, wollen Ihre kleine SIM-Karte einlegen – und finden gar keinen Schlitz mehr dafür. Oder im Handy-Laden fragt Sie jemand: „Möchten Sie das lieber mit eSIM?“ Und Sie denken sich: Was um Himmels willen ist das denn schon wieder?
Keine Sorge. Heute erkläre ich Ihnen in aller Ruhe, was eine eSIM (gesprochen: „i-Sim“) ist, ob Ihr Handy so etwas hat – und vor allem: ob Sie überhaupt etwas ändern müssen. Die gute Nachricht vorweg: In den allermeisten Fällen lautet die Antwort nein.
Was ist eine eSIM überhaupt?
Die SIM-Karte kennen Sie: Das ist dieses kleine Plastikkärtchen, das Sie von Ihrem Anbieter per Post bekommen und ins Handy stecken. Sie ist sozusagen der Schlüssel zum Mobilfunknetz. Erst mit ihr weiß das Netz: Aha, das ist Frau Müller mit ihrem Vertrag, die darf telefonieren.
Bei der eSIM ist dieser Schlüssel kein Kärtchen mehr, sondern ein winziger Chip, der fest im Handy eingebaut ist. Das „e“ steht für „eingebettet“, also fest verbaut. Ihr Anbieter schickt Ihnen dann keine Karte mehr, sondern nur noch die Daten für den Schlüssel – meist per E-Mail.
Stellen Sie sich das wie bei der Bahn vor: Früher gab es die Fahrkarte aus Papier am Schalter. Heute können Sie das Ticket direkt aufs Handy laden. Der Zug ist derselbe, die Fahrt ist dieselbe – nur die Form der Fahrkarte hat sich geändert. Genauso ist es bei der eSIM.
Tipp: Sie werden auch die Schreibweise „E-SIM“ oder „eSIM-Profil“ lesen. Damit ist immer dasselbe gemeint.
Hat mein Handy überhaupt eine eSIM?
Das können Sie in weniger als einer Minute selbst herausfinden. Es funktioniert auf fast jedem Handy gleich:
1. Öffnen Sie die Telefon-App – also die App, mit der Sie sonst eine Nummer wählen.
2. Tippen Sie diese Zeichenfolge ein: *#06#
3. Sie müssen nicht auf den grünen Hörer drücken. Es erscheint sofort von selbst ein Fenster mit mehreren Nummern.
4. Suchen Sie in dieser Liste nach der Abkürzung EID. Steht dort eine lange Zahlenreihe neben „EID“, dann hat Ihr Handy eine eSIM eingebaut. Finden Sie kein „EID“, dann hat Ihr Handy keine – und Sie brauchen sich um das Thema gar nicht weiter zu kümmern.
Übrigens: In genau diesem Fenster steht auch Ihre IMEI-Nummer. Die sollten Sie sich unbedingt aufschreiben, falls Ihr Handy einmal gestohlen wird. Warum das so wichtig ist, erkläre ich in unserem älteren Wochentipp „IMEI-Nummer (#241)“.
Muss ich jetzt wechseln?
Nein. Ganz klar: Solange Ihre SIM-Karte funktioniert, lassen Sie alles so, wie es ist. Es gibt keinen Grund, extra zu wechseln. Ihre alte Plastikkarte ist kein bisschen schlechter, und telefonieren können Sie damit genauso gut.
Auch das Verbraucherportal Finanztip empfiehlt für den Hauptvertrag weiterhin die klassische SIM-Karte. Der Grund ist ganz praktisch: Eine Plastikkarte können Sie einfach herausnehmen und in ein anderes Handy stecken. Bei der eSIM geht das nicht – da müssen Sie jedes Mal Ihren Anbieter um einen neuen Schlüssel bitten.
Hier die wichtigsten Punkte im Überblick:
Das spricht für die eSIM
- Sie müssen nicht auf die Post warten – der Vertrag ist oft in Minuten einsatzbereit
- Sie können zwei Rufnummern gleichzeitig im selben Handy nutzen
- Kein Plastikmüll und kein Fummeln mit der winzigen Karte
- Ein Dieb kann die Karte nicht herausnehmen und woanders benutzen
Das spricht dagegen
- Geht Ihr Handy kaputt, ist der Schlüssel weg – Sie müssen beim Anbieter einen neuen anfordern
- Der Wechsel auf ein neues Handy ist umständlicher als Karte umstecken
- Nicht jedes Handy und nicht jeder Tarif kann damit umgehen
- Das Einrichten ist beim ersten Mal etwas fummelig
Wofür die eSIM wirklich praktisch ist
Es gibt aber eine Sache, für die ich die eSIM richtig gut finde: Urlaub außerhalb der EU.
Innerhalb der Europäischen Union kostet das Surfen ja nichts extra – das habe ich Ihnen im Wochentipp „Reisen mit dem Handy (#337)“ ausführlich erklärt. Aber in der Türkei, in der Schweiz oder in Amerika kann das Internet auf dem Handy sehr, sehr teuer werden.
Und hier hilft die eSIM: Sie können sich für die Reisezeit ein günstiges Datenpaket für Ihr Reiseland kaufen – ganz bequem von zu Hause aus, noch bevor Sie in den Flieger steigen. Ihre normale Rufnummer bleibt dabei trotzdem aktiv. Sie sind also weiterhin unter Ihrer gewohnten Nummer erreichbar und surfen gleichzeitig günstig über das Urlaubspaket.
Wichtig: Solche Reise-Pakete sind fast immer reine Daten-Pakete. Das heißt: Internet und WhatsApp ja, normales Telefonieren über die neue Nummer nein. Für die meisten Reisenden reicht das völlig aus.
So richten Sie eine eSIM ein
Falls Sie es einmal ausprobieren möchten: Ihr Anbieter schickt Ihnen ein QR-Bild (gesprochen: „Ku-Err“) per E-Mail. Das ist so ein schwarz-weißes Quadrat mit vielen kleinen Kästchen darin. Dieses Bild enthält Ihren Schlüssel.
Schritt 1: Öffnen Sie die Einstellungen (das Zahnrad-Symbol).
Schritt 2: Tippen Sie auf Verbindungen oder Netzwerk und Internet – die Bezeichnung ist je nach Handy etwas anders.
Schritt 3: Suchen Sie den Punkt SIM-Karten oder SIM-Manager.
Schritt 4: Tippen Sie auf eSIM hinzufügen.
Schritt 5: Halten Sie die Handy-Kamera auf das QR-Bild. Danach führt Sie das Handy von allein durch den Rest.
Mein Tipp für den häufigsten Stolperstein: Was tun, wenn das QR-Bild auf demselben Handy in Ihrer E-Mail liegt? Sie können ja schlecht das Handy mit sich selbst abfotografieren. Machen Sie dann einfach einen Screenshot vom QR-Bild und wählen Sie im Menü „Von Foto scannen“ oder „Aus Galerie auswählen“. Wie ein Screenshot geht, zeige ich Ihnen im Wochentipp „Screenshots (#338)“.
Wichtig: Viele dieser QR-Bilder funktionieren nur ein einziges Mal. Geben Sie das Bild also niemals weiter und posten Sie es auf keinen Fall in einer WhatsApp-Gruppe. Es ist Ihr persönlicher Schlüssel zum Netz.
Zwei Dinge, die Sie noch wissen sollten
Kein PIN-Code: Bei einer eSIM müssen Sie sich in der Regel keine zusätzliche PIN mehr merken. Das ist bequem – aber genau deshalb sollten Sie unbedingt eine Bildschirmsperre auf Ihrem Handy haben.
Ein Ersatz-Schlüssel darf nichts kosten: Wenn Sie ein neues Handy bekommen, brauchen Sie ein neues eSIM-Profil. Ihr Anbieter muss Ihnen das im Normalfall kostenlos zur Verfügung stellen. Ein Gericht hat einem Anbieter nach einer Klage der Verbraucherzentrale bereits untersagt, dafür eine Pauschale zu verlangen. Sollte Ihnen also jemand dafür eine Gebühr berechnen wollen: Fragen Sie nach.
Kurz zusammengefasst
Die eSIM ist einfach eine SIM-Karte ohne Plastik – der Schlüssel zum Mobilfunknetz kommt per E-Mail statt per Post. Ob Ihr Handy das kann, sehen Sie mit *#06# in der Telefon-App: Steht dort „EID“, ist eine eSIM eingebaut.
Wechseln müssen Sie deswegen aber gar nichts. Für Ihren normalen Vertrag ist die gute alte Plastikkarte weiterhin die einfachere Wahl. Richtig interessant wird die eSIM nur, wenn Sie außerhalb Europas verreisen und dort günstig ins Internet wollen.
Und falls Sie doch einmal vor einem Handy ohne Kartenschlitz stehen: Jetzt wissen Sie, was zu tun ist. Keine Angst – das schaffen Sie.
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Bis nächste Woche und viel Spaß mit den neuen Möglichkeiten. Der nächste Tipp der Woche erscheint am kommenden Sonntag, den 30.08.2026 um 12 Uhr. Bleiben Sie gesund und mit freundlichen Grüßen Jonah