Bundesweiter Warntag (#345)
Willkommen zum Tipp der Woche. Jeden Sonntag um 12 Uhr bietet die App „Senioren mit Smartphone“ neue Tipps zu Smartphone und Internet für Senioren und Technikinteressierte.
Vielleicht kennen Sie das: Sie sitzen in Ruhe beim Kaffee, und plötzlich gibt Ihr Handy einen schrillen, ganz ungewohnten Ton von sich. Auf dem Bildschirm steht eine Warnung in großen Buchstaben. Der erste Gedanke ist oft: Ist mein Handy kaputt? Habe ich etwas falsch gemacht?
Keine Sorge. Am Donnerstag, dem 10. September 2026, ist es genau so weit — und zwar mit Absicht. Dann findet der bundesweite Warntag statt. Heute erkläre ich Ihnen, was da passiert, warum das eine gute Sache ist und was Sie an Ihrem Handy einstellen können — und was nicht.
Was passiert am Donnerstag, dem 10. September?
Einmal im Jahr probt Deutschland den Ernstfall. Der Staat schickt eine Probewarnung über alle Kanäle gleichzeitig, damit die Technik geprüft werden kann — so ähnlich wie die Feuerwehr regelmäßig ihre Sirenen testet.
Um 11 Uhr geht die Probewarnung los. Dann kann Folgendes passieren:
• Ihr Handy gibt einen lauten, schrillen Ton von sich und zeigt eine Meldung an
• In vielen Orten heulen die Sirenen
• Im Radio und Fernsehen wird der Probealarm angesagt
• Warn-Apps wie NINA melden sich
• Auf digitalen Anzeigetafeln erscheint ein Hinweis
Gegen 11:45 Uhr kommt dann die Entwarnung. Das ist neu: Bisher konnte über diesen Weg nur gewarnt, aber nicht entwarnt werden. Bei einem Warntag kommt die Entwarnung jetzt erstmals auch aufs Handy — allerdings deutlich leiser, damit Sie nicht zweimal erschrecken.
Wichtig: Sie müssen an diesem Tag gar nichts tun. Sie müssen nirgendwo hingehen, nichts anrufen und niemanden benachrichtigen. In jeder Meldung steht ausdrücklich, dass es sich um einen Probealarm handelt.
Was ist eigentlich „Cell Broadcast“?
Der Ton auf Ihrem Handy kommt über eine Technik mit dem englischen Namen Cell Broadcast (gesprochen: „Sell Broadkast“). Übersetzt heißt das ungefähr „Rundfunk über die Funkzelle“.
Stellen Sie sich einen Bahnhof vor. Wenn dort eine Durchsage über den Lautsprecher kommt, hören alle Menschen auf dem Bahnsteig sie — ganz gleich, ob sie eine Fahrkarte haben oder wie sie heißen. Genau so funktioniert Cell Broadcast: Der Funkmast in Ihrer Nähe ruft die Warnung einfach in die Gegend hinaus, und jedes Handy, das dort Empfang hat, zeigt sie an.
Daraus ergeben sich drei sehr angenehme Dinge:
- Sie brauchen keine App. Die Warnung kommt auch dann, wenn Sie nichts installiert haben.
- Sie müssen sich nirgends anmelden. Niemand erfährt Ihre Telefonnummer, Ihren Namen oder Ihren Aufenthaltsort. Der Staat weiß nicht, wer die Warnung bekommen hat.
- Es klingelt auch, wenn das Handy lautlos gestellt ist. Eine echte Gefahrenwarnung übergeht die Lautlos-Einstellung — das ist ausdrücklich so gewollt.
Voraussetzung ist nur: Das Handy ist eingeschaltet, es hat Empfang, und der Flugmodus ist aus.
Die gute Nachricht: Echte Warnungen können Sie gar nicht abschalten
Das ist der wichtigste Punkt des heutigen Tipps, und er nimmt Ihnen hoffentlich eine Sorge: Um die echten Gefahrenwarnungen müssen Sie sich überhaupt nicht kümmern.
Warnungen bei extremer Gefahr und bei erheblicher Gefahr — also genau die Meldungen, bei denen es wirklich um Leben und Gesundheit geht — sind ab Werk fest eingeschaltet. Sie lassen sich am Handy weder ein- noch ausschalten. Der Schalter dafür ist grau hinterlegt oder gar nicht erst vorhanden. Das ist mit Absicht so gemacht: Im Ernstfall soll wirklich jeder gewarnt werden, auch wer sich mit Einstellungen nicht auskennt.
Abschalten lassen sich nur die leichteren Meldungen — also zum Beispiel Gefahreninformationen, Suchmeldungen nach vermissten Kindern und Testwarnungen. Und genau die Testwarnungen sind am kommenden Donnerstag interessant.
So prüfen Sie die Testwarnungen
Damit Sie am Warntag zuverlässig etwas hören, lohnt ein Blick in die Einstellungen. Bei manchen Handys — zum Beispiel von Samsung — ist der Schalter für Testwarnungen ab Werk nämlich ausgeschaltet. Es dauert keine zwei Minuten:
1. Öffnen Sie die Einstellungen (das Zahnrad-Symbol).
2. Tippen Sie auf Sicherheit und Notfälle (bei manchen Handys heißt der Punkt Sicherheit und Notfall). Falls Sie ihn nicht finden: Tippen Sie oben in den Einstellungen auf die Lupe und geben Sie Notfall ein.
3. Tippen Sie auf Notfallbenachrichtigungen für Mobilgeräte. Je nach Hersteller heißt der Punkt auch Drahtlose Notfallwarnungen oder Notfallbenachrichtigungen.
4. Jetzt sehen Sie eine Liste mit den einzelnen Warnstufen, zum Beispiel Extreme Gefahren, Erhebliche Gefahren, Gefahreninformationen und Testwarnungen. Bei den oberen beiden werden Sie feststellen: Da lässt sich nichts umstellen. Genau so soll es sein.
5. Suchen Sie den Schalter Testwarnungen und schalten Sie ihn ein (er ist dann farbig, meist blau oder grün). Damit bekommen Sie am Donnerstag den Probealarm mit.
Tipp: Wenn Sie den Menüpunkt nirgends finden, ist Ihr Handy vermutlich schon etwas älter. Damit die Warnung ankommt, braucht Ihr Handy mindestens Android 11 — das kam im Jahr 2020 heraus. Welche Android-Version Sie haben, sehen Sie unter Einstellungen → Über das Telefon. Ist Ihr Gerät älter, ist die NINA-App der richtige Weg — dazu gleich mehr.
Der zweite Weg: die NINA-App
Neben der automatischen Warnung gibt es die kostenlose NINA-App vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz. Ihr großer Vorteil: Sie können dort Ihre Orte selbst festlegen — zum Beispiel Ihren Wohnort und den Wohnort Ihrer Kinder. So werden Sie auch dann gewarnt, wenn Sie gerade gar nicht dort sind.
Die App finden Sie hier im Google Play Store. Wie Sie eine App installieren, habe ich im Wochentipp „Google Play Store (#4)“ erklärt.
Ausführlich habe ich die NINA-App schon einmal vorgestellt: im Wochentipp „Vor Katastrophen gewarnt werden (#79)„. Und wenn Sie wissen möchten, welche anderen Warn-Apps es gibt, schauen Sie in „Alternativen zur Nina App (#80)„.
Wenn Sie mithelfen möchten
Das Bundesamt möchte wissen, ob die Warnung bei den Menschen wirklich angekommen ist. Deshalb gibt es nach dem Probealarm eine kurze Umfrage. Sie ist vom 10. bis 17. September erreichbar unter www.warntag-umfrage.de.
Das Ausfüllen dauert nur wenige Minuten, ist freiwillig und anonym. Sie helfen damit, das Warnsystem für alle besser zu machen.
Vorsicht: Betrüger nutzen den Warntag aus
Leider versuchen Betrüger immer wieder, solche Termine auszunutzen. Merken Sie sich deshalb drei einfache Regeln:
• Eine echte Warnung fragt Sie niemals nach Ihrem Namen, Ihrer Adresse, Ihrer Bankverbindung oder einem Passwort.
• Eine echte Warnung fordert Sie nicht auf, eine App zu installieren oder auf einen Link zu tippen, um „geschützt“ zu sein.
• Auf eine echte Warnung können Sie nicht antworten wie auf eine SMS.
Wenn also am Donnerstag eine SMS oder WhatsApp-Nachricht kommt, die Sie zu irgendetwas auffordert: einfach ignorieren und löschen. Mehr zu solchen Maschen lesen Sie in den Wochentipps „Achtung Enkeltrick (#334)“ und „Fake Shops erkennen (#339)„.
Kurz zusammengefasst
Am Donnerstag, dem 10. September 2026, ab 11 Uhr gibt Ihr Handy vielleicht einen lauten Warnton von sich. Das ist ein Probealarm — Sie müssen nichts tun und brauchen nicht zu erschrecken. Gegen 11:45 Uhr kommt die Entwarnung.
Die wichtigste Nachricht: Bei echter Gefahr werden Sie in jedem Fall gewarnt. Diese Warnungen lassen sich am Handy gar nicht abschalten. Einstellen können Sie nur die leichteren Meldungen — und wenn Sie am Donnerstag den Probealarm hören möchten, schalten Sie unter Sicherheit und Notfälle die Testwarnungen ein. Wer zusätzlich für bestimmte Orte gewarnt werden möchte, installiert die NINA-App. Und der Ernstfall, das ist die Hoffnung, kommt nie.
Hat Ihnen der Wochentipp gefallen?
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Betreff: Senioren App
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Ansonsten unterstützen Sie die App sehr mit einer 5-Sterne-Bewertung im Google Play Store. Das können Sie hier tun.
Vielen, vielen Dank!
Mehr Informationen / Fragen zu dem Thema?
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Bis nächste Woche und viel Spaß mit den neuen Möglichkeiten. Der nächste Tipp der Woche erscheint am kommenden Sonntag, dem 13.09.2026 um 12 Uhr. Bleiben Sie gesund und mit freundlichen Grüßen Jonah